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11.01.2018

Richtige Ernährung

Postprandiale Inflammation. Von Dr. med. Henning Sartor.

Das RedOx-Potential einer Mahlzeit bewirkt eine up- oder down-Regulation des intestinalen Immunsystems unmittelbar postprandial. Der Postprandiale Oxidative Stress Index (POSI) wurde zur Quantifizierung der Mahlzeiten-Bilanz eingeführt. Gewohnheitsmäßige Zufuhr oxidierter oder oxidierender Nahrungsmittel im Überschuss führen zu einer chronischen intestinalen Inflammation.

Schon Prof. Arnold Ehret (1866 – 1922), ein Fasten und Ernährungsforscher, fand, dass der Verzehr bestimmter Nahrungsmittel die Schleimhäute zur Sekretion von Schleim und einer Verschlimmerung von Entzündungen führen. Er identifizierte Fleisch und Kohlenhydrate als schleimbildend.

F. X. Mayr sprach von „Darmhusten“ und ordnete die im Darm entstehende Entzündung (Darm- und Radixödem)der intestinalen Autointoxikation zu. In den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts kannte man die Chemie der RedOx-Systeme noch nicht.

Beide Forschungsergebnisse sind aus heutiger Sicht richtig und gelten als evident. Hinzu kommt nach den Ergebnissen der Microbiomforschung als weitere Ursache einer intestinalen Entzündung das Ungleichgewicht in der Darmflora. Wenn zu viele pathogene Keime einem Mangel an schützender Flora (Butyratbildnern etc.) gegenüberstehen folgt unweigerlich eine Entzündung des Darmes.

Chronische Entzündungen im Darm entstehen also aus den drei wesentlichen Ursachen:
1. Ungleichgewicht zwischen Pro- und Antioxidantien in der Nahrung;
2. Fehlverdauung mit Endotoxin bildung;
3. Imbalance des intestinalen Microbioms.

Daneben spielen z. B. persistierende bakterielle Infektionen,Schwermetall- und exogene Toxine (Weichmacher,Glyphosat etc.) weitere wesentliche Rollen mit.

Aktuelle Arbeiten zeigen den immunologischen Pathomechanismus und die physikalisch-chemischen Vorgänge auf, die nach dem Verzehr von bestimmten Nahrungsmitteln Entzündungen an der Darmwand auslösen – obwohl sie gut verdaut worden sind.

Isst man mehrfach wöchentlich hocherhitzte proteinreiche Nahrungsmittel (insbes. rotes Fleisch, weniger 
aber auch Eier und pflanzliche Eiweiße), führt man dem Darm von außen AGEs (adanced gycation endproducts) zu. Beim Erhitzen von z. B. rotem Fleisch und bei dessen Kontakt mit der Magensäure entstehen daneben hochreaktive Aldehyde wie z. B. das Malondialdehyd MDA. Das wird ins Blut resorbiert und reagiert in den Zellen mit Fetten zu advanced lipidperoxidation end products (ALEs). In der Folge entstehen dysfunktionale Proteine und Zellmembranen mit den schon bekannten Konsequenzen: Zellzerstörung, Inflammation, hohes Risiko für chronisch entzündliche und neurodegenerative Erkrankungen sowie Krebs.

Führt man nun polyphenolreiche Lebensmittel gleichzeitigzu (roter Wein, Kaffee…) wird die Bildung vonMalondialdehyd MDA nachweislich (in vivo und invitro) unterdrückt.

Den gesamten Beitrag finden Sie in der aktuellen Ausgabe der Zeitung SportPhysiotherapie 04/2017.